Harsewinkel. Die Zeit des Sterbens ist für die Betroffenen eine sehr schwere Zeit und eine sehr große seelische Belastung. Oft fühlen sich die Menschen überfordert, verzweifelt und allein gelassen. Aus diesem Grund wurde Mitte 1999 die Hospizbewegung Harsewinkel ins Leben gerufen.
Für die aktiven Helferinnen der Hospizbewegung sind Sterben und Tod keine Tabuthemen. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, Schwerstkranke und Sterbende und deren Angehörige in der letzten Lebensphase zu begleiten, unabhängig von religiöser Überzeugung und kultureller Prägung. Es ist der Wunsch eines jeden, möglichst in Würde und im Kreis von vertrauten Menschen aus dem Leben zu scheiden, so die Helferinnen. Die ambulante Hospizarbeit verfolgt das Ziel, Schwerkranken genau das zu ermöglichen und auch Angehörigen in dieser schweren Zeit des Abschieds Unterstützung zu geben. Die Begleitung durch die Ehrenamtlichen wird aber auch im Krankenhaus, in Seniorenhäusern oder Pflegeheimen angeboten.
Die derzeit zwölf Hospizhelfer, die selbstverständlich an die Schweigepflicht gebunden sind, sind intensiv durch verschiedene qualifizierte Ausbildungen auf ihre Aufgaben vorbereitet worden und werden ständig weitergebildet. Sie nehmen an den monatlichen Gruppentreffen und Supervisionen teil.
Die Begleiter haben Zeit für Besuche, Gespräche oder gemeinsames Schweigen; können Angehörige entlasten und Gesprächspartner sein; können Ängste und Sorgen mit aushalten; können Hilfen in der Zeit der Trauer sein.
Information
Erstes Hospiz 1969 gegründet Hospiz (lat. hospitium „Herberge") ist eine Einrichtung der Sterbebegleitung. Im deutschen Sprachraum der Gegenwart wird mit Hospiz meist eine stationäre Pflegeeinrichtung bezeichnet, die meist über nur wenige Betten verfügt und ähnlich wie ein kleines Pflegeheim organisiert ist. Das erste stationäre Hospiz wurde 1967 im Vereinigten Königreich eröffnet (in Deutschland 1986), dort entstand auch 1982 das erste Kinderhospiz (in Deutschland 1998). In Deutschland gibt es inzwischen mindestens 179 stationäre Hospize und 231 Palliativstationen in Krankenhäusern sowie über 1.500 ambulante Hospizdienste.
Darüber hinaus hat die Hospizbewegung sieben Demenzbegleiterinnen, die eine 30-stündige Ausbildung mit Zertifikat absolviert haben. Ihr Einsatzbereich ist in der Sterbebegleitung und im Besuchsdienst in Seniorenheimen und seit November 2015 auch im St.-Lucia-Hospital. Bei Bedarf kann gerne im Hospizbüro nachgefragt werden.
In 2010 richtete die Bewegung im St.-Lucia-Hospital ein Abschiedszimmer ein. "Es ist ein Raum für Verstorbene, wo Angehörige in Würde und in Ruhe Abschied nehmen können", hatte es damals geheißen. Abseits und abgeschieden vom alltäglichen Stationsbetrieb ist ein geschmackvoller Raum mit viel Licht für Ruhe, Stille und Frieden entstanden.
Für die hinterbliebenen Angehörigen bietet der Verein Trauertreffs, die Möglichkeit zum Gedanken- und Gesprächsaustausch mit anderen Trauernden, an. Sie finden jeden zweiten Montagnachmittag im Monat 15 bis 16.30 Uhr sowie jeden letzten Montagabend im Monat von 19 bis 20.30 Uhr unter fachlicher Begleitung im Hospizbüro in der Clarholzer Straße 7 statt. Bei Bedarf werden auch Einzelgespräche angeboten. Die Trauerbegleiter sind ebenfalls an die Schweigepflicht gebunden. Der Verein agiert eigenständig. Er arbeitet selbstverständlich mit Ärzten, Pflegediensten, dem Palliativnetz und anderen professionellen Einrichtungen zusammen. Zudem bieten die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen neben ihren eigentlichen Aufgabe auch Informationen und Beratungen zur Patientenverfügung an.
Das Hospizbüro an der Clarholzer Straße 7 ist dienstags von 17 bis 18 Uhr und donnerstags von 10 bis 11 Uhr geöffnet, oder nach Terminabsprache; Tel (0 52 47) 40 58 88, über E-Mail